Im 14. und 15. Jahrhundert war Polen eine der führenden Mächte im östlichen Europa.
Polen stand ebenso wie Litauen unter dem Druck des Ordensstaates. 1325 schlossen der polnische König Wladyslaw der Kurze und der litauische Großherzog Gedymin deshalb in Wilna ein Bündnis. 1386 folgte dann die Vereinigung beider Länder in einer Personalunion. Diese polnisch-litauische Union brachte den Sieg über den Ordensstaat. Am 14. Juli 1410 wurde der Deutsche Orden in der Schlacht von Tannenberg (Grunwald) vernichtend geschlagen. Als eine der Folgen wurde Danzig ein deutscher Stadtstaat unter der polnischen Krone. 1569 folgte dann die vollkommene Vereinigung mit Litauen in der „Lubliner Union“ zu einem geschlossenen Reich.
Bereits unter Kasimir dem Grossen (1333 – 70) war Polen zu einem bündniswürdigen Faktor in Europa geworden. Kasimir drängte die Teilfürsten zurück und sanierte durch innere Reformen (Ansiedlung, Rechtskodifikation, Einsetzung eines obersten Gerichtshofs, Rechtsschutz der Bauern gegen
Willkür, 1364 Gründung der Krakauer Universität, Schutz für verfolgte Juden und andere Verfolgte aus ganz Europa, politische und religiöse Liberalität) das Land. Die von ihm geschaffene Staatsstruktur blieb die nächsten 400 Jahre im Kern bestehen.
Kasimir führte für den Fall fehlender männlicher Nachkommen die Wahl des Königs durch den Reichstag ein. Diese Regelung war der Keim des Wahlkönigtums, zu dem Polen 1573 wurde. Doch schon früher wuchs der Einfluß des Adels: 1505 liess er sich seine Loyalität gegenüber dem König zusätzlich mit der Verfassung des „Nihil novi“ honorieren, was bedeutete, daß der König ohne Zustimmung des Sejm keine neuen Gesetze erlassen konnte. Die Gesetzgebung ging damit in die Hände des Adels über,
Polen wurde zur sogenannten „Adelsrepublik“ (Rzeczpopolita). Die Masse der Bevölkerung, die Bauern, lebte hingegen in Leibeigenschaft.
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