51 Jahre verbrachte die 1939 gebildete Exilregierung im Ausland. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs entzogen ihr die Westmächte die Anerkennung.
Nach dem Septemberfeldzug 1939 geriet Polen unter deutsche und sowjetische Besatzung. Die Regierung Polens und das Oberkomanndo der Truppen flohen über Rumänien nach England. Am 30. September bildete General Sikorski eine Exilregierung. Sie koordinierte den Widerstand in Polen. Polnische Truppen kämpften an allen Fronten des Krieges auf der Seite der Hitler-Gegner. 1945 bestanden die polnischen Streitkräfte aus 228.000 Mann unter Waffen. Etwa 20 Prozent der Flieger der britischen Armee stammten aus Polen.
Kommunistische Polen kämpften innerhalb der Roten Armee. Als Berlin erobert wurde, hissten sie auf dem Brandenburger Tor neben der roten eine polnische Fahne.
Erst nach dem Beginn des deutschen Krieges gegen die Sowjetunion im Sommer 1941, entwickelten sich Beziehungen der Exilregierung zur Sowjetunion. Stalin erklärte sich u. a. bereit, die Bestimmungen des Hitler-Stalin-Pakts, in denen Polen zwischen Deutschland und der Sowjetunion aufgeteilt worden war, zu annullieren.
Stalin brach jedoch diese Beziehungen 1943 -
unmittelbar nach der Entdeckung des sowjetischen Massenmordes an 25.000 polnischen Offizieren im März 1940 - wieder ab und orientierte sich auf ein kommunistisches Nachkriegspolen.
Die Rote Armee kam darüber hinaus dem vom polnischen Untergrund 1944 ausgelösten „Warschauer Aufstand“ nicht zur Hilfe. Sie sah, direkt vor den Toren Warschaus stehend, zu,
wie deutsche Truppen den Aufstand blutig niederschlugen. Im Anschluss daran zerstörten die Deutschen auch noch die Teile Warschaus, die sie nach der Niederschlagung des Aufstandes im Warschauer Ghetto (1943) noch nicht vernichtet hatten.
Da die Rote Armee eine komplette. das „Polnische Komitee der Nationalen Befreiung“ mitbrachte und die Alliierten während ihrer Konferenzen in Jalta (Februar 1945) und Potsdam der Abtretung polnischer Gebiete an die Sowjetunion und deutscher Gebiete an Polen faktisch zustimmten, löste sich die Exilregierung nicht auf.
Die Führer des polnischen Untergrunds stellte die Sowjetunion darüber hinaus im Juni 1945 in Moskau vor Gericht. Sie wurden – falsch – beschuldigt, mit den Nationalsozialisten zusammengearbeitet und sich dem Kampf der Alliierten gegen Deutschland widersetzt zu haben. Viele starben in sowjetischer Haft. Die westlichen Alliierten protestierten nicht. Die Exilregierung wurde nach dem Ende des 2. Weltkrieges weder von der Sowjetunion noch von den westlichen Kriegsalliierten anerkannt. Getrennt von der Heimat und international nicht mehr respektiert wurde sie nun zur
Emigrationsregierung. Ihre Präsidenten Zaleski, Ostrowski, Raczynski und Sabbat lösten einander ordnungsgemäß ab.
Erst 1990 löste sich die aus der Exilregierung hervorgegangene Emigationsregierung auf. Ihr letzter Präsident Ryszard Kaczmarowski übergab die präsidialen Insignien aus der Vorkriegszeit an den im Dezember 1990 gewählten polnischen Präsidenten Lech Walesa.