Der litauische Fürst Witold siegte an der Seite seines Vetters, des polnischen Königs Wladislaw II. Jagiello, in der Schlacht bei Tannenberg/Grunwald über den Deutschen Orden.
Der litauische Fürst Witold, in seinem Land als Vytautas der Große bekannt, gehört zu den wichtigsten Gegenspielern seines Vetters, des litauischen Großfürsten Jagiello. Nach dem Übertritt Jagiellos zum Christentum und der Wahl zum polnischen König entschließt sich Witold zum Bündnis mit dem Deutschen Orden, um auf diese Weise seine Ansprüche auf persönliche Herrschaft in Litauen durchzusetzen. Trotz des gescheiterten Versuchs, das neu gegründete Bistum Wilna, das litauische Vilnius, einzunehmen, gelingt es ihm, seine Macht zu
erweitern und seinen Vetter im Vertrag von Ostrow zu veranlaßen, ihm die faktische Macht im Großfürstentum Litauen zu überlassen. Im Gegenzug erkennt Witold die polnische Oberhoheit über das Land an. Witolds Bestrebungen sind nun darauf ausgerichtet, das zentralistisch regierte Litauen zur beherrschenden Großmacht im osteuropäischen Raum zu machen. Sein Kreuzzug gegen die „Goldene Horde“, der vom Papst und dem
Patriarchen von Konstantinopel sanktioniert wird, endet 1399 mit einer Niederlage an der Workla. Von nun an betreibt er eine gemeinsame Politik mit Wladyslaw II. Jagiello. Die beiden besiegen sie den Deutschen Orden 1410 bei Tannenberg und bestätigen auf der „Tagfahrt zu Hrodlo“ vom 2. Oktober 1413 die Selbständigkeit des litauischen Staates. Außerdem gestehen sie dem katholischen Adel zahlreiche Rechte zu, darunter die Wahl eines neuen Großfürsten nach dem Tod Witolds. In den Jahren von 1425 bis 1430 steht Witold auf dem Höhepunkt seiner Macht. Er führt die Vormundschaft für seinen Enkel Wassili II. von Moskau, macht seinen Einfluß in der Goldenen Horde geltend und strebt im Einvernehmen mit Kaiser Sigismund für sich und Litauen nach der Königskrone. Sein Tod am 27. Oktober 1430 verhindert diese Pläne und beendet die Sonderstellung Litauens als eigenes Großfürstentum.
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