Stanislaw Mikolajczyk flüchtet 1939 ins Exil nach London und wird 1943 Ministerpräsident der polnischen Exilregierung. Nach dem Krieg kehrt er nach Polen zurück und tritt in die Regierung ein. Aufgrund seiner Opposition zu den Kommunisten flüchtet er 1947 in die USA.
Stanislaw Mikolajczyk wird 1901 in Westfalen geboren und siedelt in frühester Jugend nach Posen über. Seit 1931 gehört er der Volkspartei (Stronnictwo Ludowe) an und wird Mitglied des polnischen Parlamentes. Nach dem Einmarsch der deutschen Truppen verläßt er Polen und setzt seine politischen Aktivitäten im Londoner Exil fort. Von 1940 bis 1941 ist er
stellvertretender Vorsitzender des Polnischen Nationalkomitees, von Anfang 1942 bis Mitte 1943 stellvertretender Ministerpräsident und Innenminister in der polnischen Exilregierung. Im Juli 1942 tritt Stanislaw Mikolajczyk an die Öffentlichkeit und macht auf die Massenmorde des nationalsozialistischen Regimes aufmerksam, die sich auf polnischem Boden ereignen. Dabei steht er im Verdacht, Informationen aus dem Warschauer Ghetto lange zurückgehalten zu haben. Nach dem Tod von General Sikorski wird Mikolajczyk am 14. Juli 1943 zum Ministerpräsidenten der polnischen Exilregierung ernannt. Seine Idee, Warschau in einer Aktion mit den Namen „Sturm“ selbst zu befreien, scheitert an den gegensätzlichen Plänen Stalins, der Polen durch die Rote Armee besetzen läßt. Nach dem Ende des Krieges kehrt Stanislaw Mikolajczyk nach Polen zurück und wird stellvertretender Ministerpräsident und Landwirtschaftsminister in der kommunistisch dominierten Regierung. Dieser Schritt spaltet die Exilregierung in London und verleiht den Kommunisten die erhoffte Legitimation gegenüber dem Westen.
Mikolajczik tritt jedoch schon bald in Opposition zu den Kommunisten und gründet 1945 die Polnische Volkspartei (PSL), die sich der Politik der Regierung widersetzt. Als er von der drohenden Anklage auf Verrat und Spionage erfährt, flieht Mikolajczyk 1947 in die USA, wo er 1966 verstirbt.