Friedrich Wilhelm IV von Preußen, Herrscher

geboren15.10.1795 in Berlin
gestorben2.1.1861 in Potsdam

Friedrich Wilhlem IV. führte nach seiner Thronbesteigung 1840 versöhnende Maßnahmen durch. 1848 machte er den Polen das Zugeständnis einer „nationalen Reorganisation“. In der Reaktionszeit erfolgte eine Erstarrung der Polenpolitik.

Friedrich Wilhelm IV. begann seine Amtszeit mit einer Entspannungspolitik gegenüber den Polen. Besonders der Mischehenstreit, in dessen Verlauf der Posener Erzbischof Dunin verhaftet worden war, hatte die Gemüter erregt. Der König entließ den Erzbischof und förderte einen Kompromiß. Außerdem bewilligte er eine Amnestie für die Teilnehmer am Novemberaufstand von 1830 und entließ den nicht eben polenfreundlichen Posener

Friedrich Wilhelm IV von Preußen
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Friedrich Wilhelm IV., 1840-1858 König von Preußen

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Oberpräsidenten Eduard von Flottwell. Video
Der konservativ gesinnte Friedrich Wilhelm setzte preußische Staatsgesinnung gegen nationale Gefühle. So ermahnte er 1841 die polnischen Mitglieder des Posener Landtags: „In der untrennbaren Verbindung unserer Monarchie hat das Nationalgefühl der polnischen

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Der Polen-Prozess in Berlin
Polen Prozess 1847
Zwischen Staatsräson und Nationalstaatsidee 1840-1871
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Preussische Truppen siegen im Aufstand 1848

Untertanen unserer Provinz die Richtung seiner ferneren Entwicklung, die feste Schranke seiner Manifestation zu erkennen. Die Verschiedenheit der Abstammung, der Gegensatz der Namen Polen und Deutsche findet seinen Vereinigungspunkt in dem

Namen der einen Monarchie, des Staates, dem sie gemeinsam für immer angehören, in dem Namen Preußen.“ Anfang 1846 wurde in den Teilungsgebieten ein eher dilettantisches Komplott unternommen, das in Posen vorzeitig entdeckt wurde. Die Verdächtigen wurden in Moabit wegen Hochverrats angeklagt; sie galten vor und während der Märzrevolution von 1848 als Symbol für das gemeinsame Los von Polen und Deutschen. In der Revolution machte Friedrich Wilhelm nicht nur gegenüber den deutschen Revolutionären weitgehende Zugeständnisse, denn auch den Polen stellte er am 24. März die „nationale Reorganisation“ des Herzogtums Posen in Aussicht. Die Schaffung von autonomen Institutionen scheiterte jedoch sowohl am Widerstand der Beamten und Militärs vor Ort als auch am Widerwillen der deutschen Bevölkerung, die die revolutionäre Solidarität der Märztage bald hinter sich ließ. Mit der Reaktion des Staats kam die Rückkehr zu konservativen Grundsätzen, doch waren die Hoffnungen, die Friedrich Wilhelm auf eine Überwindung der nationalen Gegensätze durch eine gemeinsame Staatsgesinnung gesetzt

Paulskirche 1848
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Sitzung des Vorparlaments

hatte, längst verflogen. Oberpräsident von Puttkamer verharrte bloß noch in einer ablehnenden Passivität. Außerdem hatte Friedrich Wilhelms außenpolitischer Kurs Auswirkungen auf die polnische Frage. Im Krimkrieg 1854-56 verzichtete er auf einen Bruch mit der konservativen Vormacht Rußland, mit der Preußen durch die Herrschaft über polnische Untertanen verbunden war.

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