Bromberg - Bydgoszcz

Die Gründung des polnischen Königs ist heute besonders im Zusammenhang mit dem „Blutsonntag“ bekannt.

1346 erteilte der polnische König Kasimir III. Wielki zwei deutschen Lokatoren das Privileg, unterhalb seiner an der Brahe gelegenen Burg Bydgoszcz eine Stadt zu gründen. Damit war die Stadt eine späte Gründung im Rahmen der Siedlungsbewegung, die seit Beginn des 13. Jh. die Länder östlich von Oder und Neisse erfaßt hatte. Sie erhielt das Magdeburger Recht und sollte ursprünglich Kunigessburg, Königsberg, heißen, doch setzte sich im polnischen der Name der nahegelegenen Burg durch, während das deutsche ‚Bromberg‘ die „Burg an der Brahe“ bezeichnet. Die Stadt im nördlichen Großpolen war damals eine Grenzstadt in Nachbarschaft

Bromberg
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Bromberg im Jahr 1657

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zum Ordensstaat und wurde entsprechend in die Auseinandersetzungen zwischen polnischer Krone und den Rittern des Deutschen Ordens hineingezogen, die Bromberg 1409 eroberten und niederbrannten. Mehr als andere profitierten die Bürger der Stadt, von denen viele polnische Namen trugen, von der endgültigen Niederlage des Ordens 1466, da sie von da an ungehindert auf der Weichsel Handel

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Die Marienburg
Deutscher Orden
Bromberg: Vor der Hinrichtung
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Bromberg: vor der Erschiessung

treiben konnten. Im Hafen der Stadt wurde Salz und Holz aus Kujawien von Karren auf Kähne umgeladen und Richtung Danzig und Elbing verschifft. Zweihundert Jahre lang blieb Bromberg eine der ersten Handelsstädte Polens, bis die „Kriege der blutigen Sintflut“ Mitte des 17. Jh. den Niedergang des Landes und der Stadt einleiteten. 1656/57 wiederholte sich das Schicksal der Stadt,

als sie von den Schweden besetzt und in Brand gesteckt wurde. 1772, als sie in der Ersten Polnischen Teilung an Preußen kam, zählte sie gerade noch 500 Einwohner. Friedrich II. förderte die Stadt, die nun an der Grenze zu Polen lag und machte sie wieder zu einem lebendigen Handelsplatz. Die wichtigste Maßnahme war der Bau des Bromberger Kanals zwischen Brahe und Netze, der in nur zwei Jahren fertiggestellt wurde und Bromberg zum Umschlagplatz zwischen Weichsel und Oder machte. Das Retablissement des Landes durch Friedrich stärkte nebenbei das deutsche Element in der gemischtnationalen Stadt. Daß Deutsche und Polen hier im Jahr 1815 gut zusammenlebten, zeigt die Gründung eines Vereins zur Förderung mittelloser Schüler, dem 50 polnische und 50 deutsche Bürger angehörten. Doch im Laufe des 19. Jh. verschlechterte sich das Verhältnis zwischen den Nationalitäten. Die deutsche Seite übte einen massiven Germanisierungsdruck auf die polnische Bevölkerung aus, und nationale Vereine schürten Ressentiments und Konkurrenz zwischen Polen und Deutschen.

Am Ausgang des I. Weltkriegs entstand von neuem der polnische Staat, der in Versailles Bromberg ohne vorherige Volksabstimmung zugesprochen bekam. Damals bildeten die Deutschen die Mehrheit in der Stadt, doch verließen sie so viele von ihnen, daß sie bald zur Minderheit wurden. Als solche waren sie von Beginn an in der Defensive gegenüber einem Staat, der sie nur Videowiderwillig duldete und zu verdrängen suchte. Die Spannungen eskalierten 1938/39, als Hitler offenen Druck auf Polen ausübte. In den Tagen nach Beginn des Krieges kam es zu einem Massaker an der deutschen Bevölkerung, die zu diesem Zeitpunkt 15.000 der 120.000 Einwohner der Stadt ausmachten. Dem „Bromberger Blutsonntag“ waren Schüsse auf zurückflutende polnische Soldaten und Zivilisten Videovorausgegangen, für die die Deutschen Brombergs verantwortlich gemacht wurden (tatsächlich gab es in diesen Tagen zahlreiche Volksdeutsche, die den vorrückenden Truppen halfen).

Die etwa 1.000 Opfer dienten Hitler später zur Begründung des Polenfeldzugs als „Schutzkrieg“ und zur Rechtfertigung der Unterdrückungspolitik gegen die Polen. Sondergerichte verurteilten zahlreiche Polen zum Tode, was jedoch nur der Anfang der Leidenszeit der Bydgoszscer Polen war.
1945 war Bromberg schwer umkämpft und wurde stark zerstört, nach Kriegsende wurden die Deutschen vertrieben. Bydgoszsc wurde eine rein polnische Stadt mit heute 370.000 Einwohnern. Als Industriestadt und Verkehrsknotenpunkt profitiert sie bis heute von dem richtungsweisenden Kanalprojekt Friedrichs II.

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