Es war die Aktion „Sühnezeichen“, die seit den 60er Jahren deutsche Jugendliche nach Polen schickte. Es waren katholische Jugendverbände. Es gab im Bereich der Intellektuellen, der Journalisten im Fernsehen Persönlichkeiten, die neu über Polen berichtet haben. Es gab erste Sendungen über Polen im westdeutschen Fernsehen. Es waren Schriftsteller, es kam aus verschiedenen Bereichen ein Wandel, der daraufzurückzuführen war, dass man sich verstärkt damit auseinandersetzte und reflektierte, was Deutsche Polen angetan hatten, was Deutsche verbrochen hatten, welche Verbrechen sie begangen hatten nach 1933 / 39 in Osteuropa gegenüber den Nachbarvölkern. Bis in die 50er Jahre hat man ja stärker nicht reflektiert, sondern gearbeitet und das Unrecht, was einem selbst widerfahren war, in den Mittelpunkt gestellt. Jetzt war man kollektiv sehr viel stärker in der Lage über das nachzudenken, was man anderen angetan hat, dass man sich stärker hineinversetzte in die Tschechen, in die Russen und damit dann auch sich öffnete für eine Politik, die dann auch die Konsequenzen für die Politik vor 1945 stärker dann in den Vordergrund stellte bis zu der Frage auch: kann man diese Grenze wirklich noch ändern oder müssen wir, müssen wir uns damit abfinden, wenn wir nicht neues Unrecht schaffen wollen. Was machen wir jetzt mit den Millionen Polen, die jetzt in den Westgebieten leben?